By: Comments off 9. Oktober 2018

Viele Unternehmen haben in den letzten Tagen eine „Eilige FAX-Mitteilung“ der sog. Datenschutzauskunft-Zentrale (DAZ) erhalten. Grund für das Fax sei die „Erfassung Gewerbebetriebe zum Basisdatenschutz nach EU-DSGVO“.

Das Anschreiben sowie das beigefügte Formular ähneln vom Aufbau her einem amtlich anmutenden Schreiben, welches beim Empfänger den Eindruck erwecken soll, dass er für ein amtliches Verzeichnis Daten ergänzen bzw. bestätigen soll. Die Firma DAZ spricht von der Erfüllung „gesetzlicher Pflichten“ und erweckt so den Eindruck, dass man das beigefügte Formular unterschreiben müsse um diese gesetzlichen Pflichten zu erfüllen.

Untermauert wird das Ganze durch eine sehr kurze Fristsetzung.

Auf dem Formular wird nur lediglich eine Postanschrift angegeben: DAZ, Zentrale Postverteilstelle, Lehnitzstrasse 11, 16515 Oranienburg. Die Geschäftsadresse lautet jedoch DAZ Datenschutzauskunft-Zentrale Ltd., 141 Edgard Bernard Street Gzira, GZR1707, Malta.

Das Formular beginnt mit einem großen eingerahmten Hinweis „Ergänzen oder korrigieren Sie bei Annahme fehlende oder fehlerhafte Daten bis [kurzes Datum]“:

Darunter folgt dann ein großer Absatz in einem unübersichtlichen Fließtext, der mit einer Belehrung und an sich zutreffenden Informationen zur Datenspeicherung beginnt. Aber dann: Völlig überraschend und versteckt im Kleingedruckten heißt es: „Die in diesem Auftrag genannte Person/Unternehmen erwirbt das Leistungspaket Basisdatenschutz. Dieses beinhaltet Informationsmaterial, ausfüllfertige Muster, Formulare und Anleitungen zur Umsetzung der Vorgaben der DS-GVO. Basisdatenschutz-Beitrag jährlich netto, zzgl. USt: EUR 498. Die Berechnung erfolgt jährlich. […] Durch die Unterzeichnung wird die Leistung für drei Jahre verbindlich bestellt.“

Insgesamt sollen Sie daher 1.494 netto für die drei Jahre bezahlen. Hierfür erhalten Sie wohl Muster und Checklisten rund um die DS-GVO. Falls der Vertrag nicht gekündigt wird, verlängert sich dieser sogar noch jährlich weiter.

Nach unserer Ansicht sieht so nicht eine unglückliche Werbeaktion sondern wohl vielmehr ein Betrugsversuch aus.

Julia Behring
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