By: Comments off 2. Oktober 2018

Viele von Ihnen nutzen häufig Fotos der Mitarbeiter für die Abbildung im Werbeprospekt, für Werbefotos auf der Firmenwebseite, oder bei Firmenfeiern zu Unterhaltungszwecken. Hier haben wir mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Rückgriff auf das berechtigte Interesse des Unternehmens an Bildern des Mitarbeiters nur ausnahmsweise möglich sein dürfte, da die Interessen der Beschäftigten am eigenen Bild höher zu gewichten sind als die Interessen des Unternehmens an Eigenwerbung und Außendarstellung. Eine Einwilligung ist daher in den meisten Fällen notwendig.

Bei Firmenfeiern stößt die erteilte Einwilligung dann meist an ihre Grenzen. Eine Einwilligung muss schriftlich, konkret und informiert erfolgen. Dies ist in kleineren Unternehmen sicher umsetzbar, wäre bei einer großen Mitarbeiteranzahl aber schwer denkbar. Unternehmen versuchen dieser Problematik aus dem Weg zu gehen, indem vor dem Event in den Einladungen auf die Anwesenheit eines Fotografens hingewiesen wird. Dies wird in den meisten Fällen jedoch nicht ausreichend sein.

Wollen oder können Sie sich bei Firmenfeiern keine Einwilligung des einzelnen Mitarbeiters einholen, wäre es denkbar, über das berechtigte Interesse zu gehen. Hier müssen jedoch im Rahmen der Interessenabwägung insbesondere folgende Punkte beachtet werden:

  • Die Beschäftigten sind per Einladung und Aushang über die Anwesenheit des Fotografens zu informieren.
  • Die Beschäftigten sind darauf hinzuweisen, dass sie den Aufnahmen und einer anschließenden Veröffentlichung jederzeit widersprechen können.
  • Den Umständen der Aufnahmen ist angemessen Rechnung zu tragen: Diffamierende Fotos müssen vermieden werden. Kinder sind nur mit Zustimmung der Eltern zu fotografieren.
  • Entscheidend ist besonders die Veröffentlichung: An eine Veröffentlichung im Internet (z.B. Facebook) sind nochmals strengere Maßstäbe anzulegen.

Zum Schluss stellt sich noch die Frage, ob der vom Unternehmen beauftragte Fotograf ein Auftragsverarbeiter ist. Da der Fotograf im Auftrag des Unternehmens fotografiert und damit personenbezogene Daten verarbeitet, stellt sich diese Frage. Die Datenschutzbehörde Bayern hat dies zum Thema Schülerfotos bejaht. Diese Auffassung ist aus unserer Sicht deshalb nicht unproblematisch, weil Wesen der Auftragsverarbeitung insbesondere die Weisungsgebundenheit ist. Diese dürfte bei Fotografen wegen des künstlerischen Charakters fraglich sein. Demnach sprechen gute Argumente gegen eine Auftragsverarbeitung, wobei es auch hier wieder auf den konkreten Einzelfall ankommt.

Julia Behring
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