By: Comments off 12. September 2019

Heutzutage hinterlässt fast jeder seine Daten im Internet, welche daraufhin öffentlich zugänglich für jedermann sind. Das kommt durch die vermehrte Nutzung digitaler Medien. Bei allem, wo wir uns anmelden, geben wir freiwillig unsere Daten preis. Sei es die Bestellung eines Buches, wo Name, Adresse und ggf. Telefonnummer fällig sind. Eine Flugbuchung verlangt noch mehr und sensiblere Daten, wie Geburtsdatum, Kreditkartennummer, Beruf.

Auch im Berufsfeld sind die eigenen Daten frei verfügbar, beispielsweise bei Portalen wie Xing oder LinkedIn. Oftmals ist ein großer Teil des Lebenslaufs zu sehen, frühere Arbeitgeber und vieles mehr.

Wichtig ist, ob und wie weit diese persönlichen Daten weiterverwendet werden können.

Verarbeitet werden die öffentlich zugänglichen Daten einfach und schnell. Die erste Möglichkeit wäre das klassische „Copy & Paste“. Heutzutage gibt es aber auch diverse Software-Apps, die Internetseiten scannen und Informationen extrahieren. Unternehmen z.B. nutzen die Apps um große Datenmengen in Form von Datenbanken zu erstellen und verkaufen.

Ist das noch legal?

Kann das noch rechtmäßig sein? Eigentlich ist nach dem Verbot mit Erlaubnisvorbehalt eine Verarbeitung vorschriftswidrig, wenn keine Rechtsgrundlage vorliegt.

Die Nutzung öffentlicher Daten ist nach aktueller Rechtsprechung aufgrund einer Interessenabwägung zulässig. (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO)

Einerseits ist das berechtigte Interesse des Verantwortlichen zu bewerten. Dabei haben Unternehmen ein wirtschaftliches Interesse Daten zu sammeln, sie anzuordnen und zur Verfügung zu stellen.

Andererseits ist das Interesse des Betroffenen zu bewerten. Hierbei ist wichtig die Erwartungshaltung der betroffenen Person hinsichtlich der Absehbarkeit der Verarbeitung zu identifizieren. Ist zum Zeitpunkt der Erhebung vernünftigerweise eine Verarbeitung zu dem entsprechenden Zweck nicht absehbar, kann sich daraus ein starker Anhaltspunkt ergeben, dass die Interessen und Grundrechte des Betroffenen das berechtigte Interesse des Verantwortlichen überwiegen.

In der Praxis sollte das berechtigte Interesse des Verantwortlichen größtenteils überwiegen. Bei jeder Bearbeitung der Daten sollte eine individuelle Abwägung beider Interessen durchgeführt werden.

Grundsätzlich haben Unternehmen betroffene Personen zu informieren, sobald sie personenbezogene Daten verarbeiten. Hierbei ist Art. 14 DSGVO heranzuziehen, da die personenbezogenen Daten nicht direkt bei der betroffenen Person erhoben werden. Dies stellt somit eine Pflicht der Verantwortlichen dar, Betroffene über den Umfang der Verarbeitung zu informieren.

Um eine Ausnahme zu machen, muss jedes Unternehmen prüfen, ob eine Unverhältnismäßigkeit vorliegt und diese ggf. dokumentieren.

 

Auch wenn das Gesetz auf der Seite der Betroffenen steht, sollte man im Internet und ganz besonders bei Social-Media Plattformen darauf achten, was und viel man angeben will.

Author: Total Post: 17